Priester unter Nazi-Herrschaft - Der Märtyrerpriester Dr. Metzger, Pfarrer Meckler und andere mutige Priester unserer Heimat

Die Fastenzeit 2018 widmet das Bildungswerk Priestern, die der Nazi-Herrschaft widerstanden:

2.3.18 19.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung Der Märtyrerpriester Dr. Metzger und Priester unserer Region wie Pfarrer Otto Meckler, Meßkirch und seine Vikare, die dem Nazi-Regime widerstanden. Unter den Priestern aus dem Hegau sind zwei in Yad Vashem geehrte.

Die Ausstellung findet vom 2.3 bis zum 24.3 im Kleinen Saal des Herz-Jeus-Heims statt und ist von Dienstag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr und an Wochenenden von 15 bis 18 Uhr geöffnet (geschlossen am 9. und 10.3)

 

 

 

2.3. 19.30 Referat von Helmut Weißhaupt über die Meßkircher Priester im Konflikt mit dem Nationalsozialismus: Stadtpfarrer Otto Meckler und seine 5 Vikare
10.3. 19.30 Violin-Konzert mit Mechthild Placke und Johannes Grütter (Bodenseesymphonieorchester Konstanz) im Haus der Musik. Achtung: an diesem Tag bleibt die Ausstellung geschlossen.
14.3 19.00 Referat von Dr. Christian Heß (Regens des Erbischöfl. Priesterseminars Freiburg) über Dr. Max Metzger und seinen Friedenskreis
23.3. 19.30 Referat von Frau Sibylle Probst-Lunitz (Radolfzell), Verfolgte Pfarrer aus dem Hegau (darunter die in Yad Vashem geehrten Pfarrer August Ruf und Eugen Weiler)
24.3. 20.00 Uhr Abschlussdiskussion mit Zeitzeugen unter Leitung von Dr. Werner Fischer.

Organisation: Bildungswerk Meßkirch, Kontakt: Dr. Waldemar Gorzawski, Tel.: 07575-2872, gorzawski@bildungswerk-messkirch.de

An herausragender Stelle unter den Märtyrer-Priestern des III. Reichs ist Dr. Max Josef Metzger aus Schopfheim zu nennen. Geboren am 3.2.1887 in Schopfheim, hingerichtet am 17.4.1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Dr. Metzger war ein katholischer Priester, der wegen seiner pazifistischen Überzeugung vom Volksgerichtshof unter Vorsitz seines Präsidenten Roland Freisler am 14.Oktober 1943 zum Tode verurteilt und nach sechs Monaten hingerichtet wurde. Dr. Christian Heß wird zu dieser hervorragenden Persönlichkeit am 14.3. einen Vortrag halten.
(untenstehende Schautafeln von Pax Christi, Freiburg)
In Meitingen befindet sich das Christkönig-Institut in dem Dr. Metzger jahrelang gewirkt hat: http://www.max-josef-metzger-meitingen.de/
Die Erzdiözese Freiburg gibt weitere Informationen: http://www.erzbistum-freiburg.de/html/max_josef_metzger.html
weitere Informationen und Kontakte finden Sie bei Pax Christi Freiburg: http://freiburg.paxchristi.de/page/view/6359273835593728/Max%20Josef%20Metzger
Eine kurze Information zu Dr. Max Josef Metzger auf der Internetseite seiner Berliner Pfarrei - Katholische Pfarrei — St. Joseph in der Müllerstraße in Berlin-Wedding: http://joseph-aloysius.de/max-joseph-metzger/ Und der Hinweis auf eine Dauerausstellung in der Krypta dieser Kirche: http://joseph-aloysius.de/gemeinde/bildergalerie-krypta/st-joseph-krypta/
Der engagierte Esperanto-Anhänger, Dr. Metzger hat seinen Platz in Berlin – doch ist dieser Dr.-Metzger-Platz in einem nicht endenden Umbau – s. Artikel von Roland Schnell: https://esperanto.berlin/de/metzger-feb-2018/
 

Meßkircher Priester gegen Hitler

Unter Pfarrer Meckler, der ein entschiedener Gegner der Nazis war, entwickelten sich auch seine Vikare zu Regimegegnern.

 

 

Meckler, Otto
* 19.09.1892 in Rohrbach am Gießhübel / Eppingen
† 17.08.1944 in Konstanz
in Meßkirch:
06.12.1927 – 08.06.1929 als Kaplanei- und Pfarrverweser
09.06.1929 – 17.08.1944 als Stadtpfarrer
 
 
Lebensdaten
17.06.1917   Ordination anschließend Vikar in Waldkirch bei Waldshut, Rickenbach, Bleichheim, Urloffen, Windschläg und Waibstadt
06.12.1927   in Meßkirch
30.07.1941 – 20.08.1941 Schutzhaft im Gefängnis Überlingen
1942             Ernennung zum Geistlichen Rat
30.07.1943   Ernennung zum Dekan des Kapitels Meßkirch
02.07.1944   nach Herzanfall Einlieferung ins Sanatorium in Konstanz, dort gestorben
Konflikt mit dem NS-Regime in Meßkirch
  1. Am 1. Juli 1935 erstmalige Konfrontation (etliche weitere folgen) mit Oberlehrer Paul Mauch. Otto Meckler widerspricht Mauchs Aussagen aus dessen Geschichtsunterricht. Meckler erklärt den Schülern, dass vieles unrichtig sei, was die Nationalsozialisten über die Germanen sagen würden. Mauch meldet dies nach Karlsruhe: „Ein solches Verhalten eines Geistlichen muss auf das Schärfste verurteilt werden“. Es folgt die Androhung des Schulverbots.
  2. Meckler soll im Oktober 1935 schriftlich erklären, dass er künftig alle Vorschriften der Schulordnung, insbesondere die zum „Deutschen Gruß“, genauestens befolgt. Erneute Androhung von Schulverbot.
  3. Anzeige gegen den Stadtpfarrer, weil in Oberbichtlingen am 9.11.1935 (Jahrestag des Hitlerputsches von 1923) die Kirche nicht beflaggt ist. Verfahren wird eingestellt.
  4. Otto Meckler hält sich weiterhin nicht an die Vorschrift des „Deutschen Grußes“. Er wird „zum letzten Male nachdrücklich verwarnt.“ (28.11.35)
  5. Am Sonntag, 10.1.1937, hält Meckler eine Predigt, die „nichts anderes war als eine Aufpeitschung der Bevölkerung gegen die Schule“. „Infolge der Hetze des Geistlichen“ wird vom Kultusministerium Mecklers Versetzung gefordert. Diese erfolgt allerdings nicht.
  6. Weil er seine Schüler aber in der Vergangenheit anstelle des Hitlergrußes zum christlichen Gruß erzog, wird ihm am 11.10.37 nun endgültig Schulverbot erteilt.
  7. Meckler schreibt am 19.12.38 an Mauch: „Wie viel Schaden richten Sie an urteilsunfähigen Kinderseelen an! Und doch werden auch Sie einmal vor Christus stehen!“
  8. Der Stadtpfarrer verstößt im August 1939 gegen das Reichsflaggengesetz. Er hisst auch an nichtkirchlichen Gebäuden die Kirchenflagge. Es erfolgt keine Bestrafung.
  9. Die Meßkircher Polizei meldet im Dezember 1939, dass Otto Meckler, trotz Verbots, nachts die Kirchenglocken läuten lässt.
  10. Meckler hält am Himmelfahrtstag 1941 trotz Verbots ein Amt ab. Daraufhin wird er am 30.7.1941 verhaftet und bis zum 20.8.1941 in Schutzhaft genommen. Außerdem muss er 350 RM Strafe bezahlen.
  11. Am 14.4.1942 erfolgt ein 2½-stündiges Verhör auf der Gendarmerie in Meßkirch durch Beamte der Gestapo Konstanz wegen „staatsabträglichen Äußerungen“ im Jugendweiheunterricht. Meckler erklärt: „Man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen“.
Läufer, Gebhard
* 14.08.1899 in Niederwasser/Ortenaukreis
† 20.06.1973 in Siegelau/Breisgau
in Meßkirch:
13.06.1935 – 21.10.1936
als Kaplaneiverweser/Benefiziat
Lebensdaten
05.04.1925      Ordination anschließend Vikar in Löffingen, Glottertal und Kappelrodeck
13.06.1935      Kaplaneiverweser in Meßkirch
22.10.1936      Pfarrer in Hausen vor Wald
19.06.1960      Pfarrer in Siegelau
 
Konflikt mit dem NS-Regime in Meßkirch Gebhard Läufer verweigert im September 1935 den „Deutschen Gruß“ (Hitlergruß) im Religionsunterricht 27.09.1935      Schreiben des Schulamts Meßkirch: „Der Benefiziat Läufer ist lt. Schreiben des Herrn Ministers durch das Schulamt Meßkirch ausdrücklich aufmerksam zu machen, dass er als Religionslehrer innerhalb und außerhalb der Schule den Schülern den Deutschen Gruß zu erwidern hat.[…]Lehrer und Schüler erweisen einander innerhalb und außerhalb der Schule den Deutschen Gruß (Hitlergruß).Der Lehrer tritt zu Beginn jeder Unterrichtstunde vor die stehende Klasse, grüßt als erster durch Erheben des rechten Armes und durch die Worte ‚Heil Hitler‘ […] Der Lehrer beendet die Stunde, nachdem sich die Schüler erhoben haben, durch Erheben des rechten Armes und die Worte ‚Heil Hitler‘. Die Schüler antworten in gleicher Weise.Wo bisher der kath. Religionsunterricht mit dem Wechselspruch ‚Gelobt sei Jesus Christus‘ – ‚In Ewigkeit Amen‘ begonnen und beendet wurde, ist der Deutsche Gruß zu Beginn der Stunde v o r, am Ende der Stunde n a c h dem Wechselspruch zu erweisen.“
 
 
Vogelbacher, August
* 27.10.1910   in Obermettingen / Kreis Waldshut
† 28.09.1992   in Immendingen-Hattingen
in Meßkirch: 29.08.1936 – 30.12.1937 als Vikar
Lebensdaten
22.03.1936      Ordination anschließend Vikar in Reichenau-Mittelzell
29.08.1936      Vikar in Meßkirch
01.12.1937      Vikar in Hechingen
04.09.1940      Vikar in Mannheim, Herz-Jesu; anschl. Mannheim St. Peter
25.08.1941 –   Kriegsende: Wehrdienst
03.07.1945      Pfarrverweser in Unteralpfen
27.04.1949      Pfarrer in Wyhlen
15.04.1953      Pfarrer in Hüfingen
30.08.1972      Pfarrer in Obersimonswald
01.09.1983      pensioniert; Subsidiar in Immendingen-Hattingen
Konflikt mit dem NS-Regime in Meßkirch
Nach dem Religionsunterricht am 15.04.1937 in der Untertertia an der Realschule Meßkirch wird August Vogelbacher beim Ministerium angezeigt.
Oberlehrer Mauch und Fortbildungslehrer Eiermann, beides Väter von Kindern dieser Klasse, bezichtigen den Vikar „in offensichtlich böswilliger Absicht den Reichsleiter Rosenberg und den inneren Frieden unseres Volkes angegriffen“ zu haben. (Alfred Rosenberg verfasste 1930 als führender Ideologe der NSDAP das rassistische und antisemitische Buch „Der Mythos des 20. Jahrhunderts“.)
Vikar Vogelbacher soll u.a. gesagt haben, dass „auch ein Untertertianer merken müsse, dass das falsch sei, was Rosenberg sagt.“ Dieser habe „in seinem ‚Mythos des 20. Jahrhunderts‘ Sachen durcheinander geworfen, wie sie bei Schülern nicht vorkommen dürfen.“ Nach Ansicht von Mauch und Eiermann habe Vogelbacher den Reichsleiter Rosenberg als dumm hingestellt und ihn somit beleidigt.
Am 24.07.1937 wird August Vogelbacher die Unterrichtserlaubnis in Baden entzogen.
Oberlehrer Mauch lässt Vogelbacher auch außerhalb der Schule überwachen. Auf diese Weise bringt er in Erfahrung, dass der Vikar in den Osterferien 1937 in seiner Heimatgemeinde gepredigt hat und dabei gegen die Volksschule Meßkirch „gehetzt“ haben soll.
Konflikt mit dem NS-Regime nach seiner Zeit in Meßkirch
Als August Vogelbacher nach drei Jahren in Hechingen wieder nach Baden kommt, bleibt das Schulverbot bestehen. Als Vikar in Mannheim wird er weiter überwacht und muss bis Kriegsende als Sanitäter, vor allem an der Ostfront, seinen Wehrdienst verrichten.

 

Weiler, Eugen
* 27.05.1900 in Lichtental (Baden-Baden)
† 04.08.1992 in Wiechs am Randen
in Meßkirch:
20.10.1936 – 22.09.1937
als Kaplaneiverweser
Lebensdaten
19.03.1926      Ordination
anschließend Vikar in Tiengen, Singen, Freiburg-Haslach, Mannheim-Friedrichsfeld und Rheinfelden
20.10.1936      Kaplaneiverweser in Meßkirch
23.09.1937      Pfarrverweser und Pfarrer in Wiechs am Randen
01.06.1942      Verhaftung und Überführung ins KZ Dachau. Er half einer Jüdin, in die Schweiz zu flüchten.
1971    Herausgeber des Buchs „Die Geistlichen in Dachau sowie in anderen Konzentrationslagern und Gefängnissen“
13.08.1973      Bundesverdienstkreuz
15.12.1988      Ruhestand
24.07.2006      posthum Verleihung des Ehrentitels „Gerechter unter den Völkern“ der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem
Konflikt mit dem NS-Regime in Meßkirch
Eugen Weiler bezeichnet am 28.1.1937 einen Schüler der Realschule als „frechen Kerl“ und züchtigt diesen mit drei Ohrfeigen, weil der Schüler ihn mit „Heil Hitler“ grüßte. Es erfolgt eine Meldung an das Ministerium.
In der Volksschule werden Anfang 1937 die im Religionsunterricht nicht gestatteten „Katechismuswahrheiten“ (1936 erschienene katholische Schrift zur Widerlegung der Weltanschauung des Nationalsozialismus) eingesammelt. Weiler spricht daraufhin in einer Realschulklasse über den verantwortlichen Oberlehrer Mauch als „öffentlichen Sünder“.
Vom Schulamt wird im März 1937 beanstandet, dass Eugen Weiler zu Beginn des Unterrichts nicht den „Deutschen Gruß“ erweist.
Weiler wird vorgeworfen, dass er im Unterricht vom 16.2.1937 die Ehefrau des Ortgruppenleiters Ramsperger verleumdet habe. Beim Thema der heiligen Ölung zielt Weiler auf den Vernunftgebrauch ab und sagt, dass „Verrückte die letzte Ölung nicht bekommen würden“, da sie nicht wüssten, was sie tun. Dabei erwähnt er, dass eine Frau Ramsperger „auf die Reichenau gekommen sei.“
Eugen Weiler muss öffentlich Widerruf leisten und 50 RM Strafe bezahlen. Er wird streng zur Rechenschaft gezogen und bekommt Schulverbot angedroht. Außerdem soll er umgehend versetzt werden.
Konflikt mit dem NS-Regime nach seiner Zeit in Meßkirch
Eugen Weiler ist bereits vor seiner Zeit in Meßkirch unter Beobachtung der Nationalsozialisten. Schon in Mannheim-Friedrichsfeld spricht er in seinen Predigten über die Hirtenbriefe des Bischofs von Münster, Clemens von Galen. Die Versetzung nach Rheinfelden schützt ihn vor dem Zugriff der Mannheimer NSDAP. In Rheinfelden wissen die Verantwortlichen bereits bei seiner Ankunft von seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus.
Als Pfarrer in Wiechs grüßt er weiterhin nicht mit dem „Deutschen Gruß“, sondern lediglich mit einer Hutbewegung. Daraufhin wird ihm Schulverbot erteilt.
Am 1.6.1942 wird Eugen Weiler verhaftet, weil er zuvor einer Jüdin zur Flucht in die Schweiz verhalf. Er wird zu Gefängnis und Schutzhaft verurteilt. Anschließend, am 5.10.42, erfolgt seine Einlieferung in das KZ Dachau. Erst am 11.4.1945 wird er von dort entlassen.
Zur Biographie von Pfarrer Weiler siehe die Stolpersteine:http://www.stolpersteine-singen.de/biografien/
 
Kimmig, Karl, Dr.
* 02.05.1910 in Bad Griesbach
† 14.09.1988 in Freiburg
in Meßkirch:
01.12.1937 – 20.10.1942 als Vikar
Lebensdaten
07.03.1937      Ordination anschließend Vikar in Jöhlingen
01.12.1937      Vikar in Meßkirch; ab April 1940 Pfarrvikar als Vertretung von Stadtpfarrer Meckler, weil dieser mit Schulverbot belegt ist.
22.10.1942      Pfarrvikar in Mannheim (Pfarrei St. Sebastian)
08.02.1943      von Gestapo verhaftet und Schutzhaft
23.02.1943 –  Kriegsende: dienstverpflichtet beim Chemotherapeutischen Institut in Kiel und Leipzig
24.07.1945      Vikar in Mannheim (Pfarrei St. Sebastian)
01.05.1946      Hausgeistlicher in Meitingen
01.09.1947      Spiritual im Kloster Erlenbad
1948    Promotion zum Dr. theol.
01.09.1952      Religionslehrer in Freiburg und Seelsorge in der Kartause
31.08.1972      Ruhestand in Freiburg; Seelsorge in verschiedenen Altenheimen
Konflikt mit dem NS-Regime in Meßkirch
Das Schulamt Meßkirch droht Karl Kimmig am 22.07.1938 mit Schulverbot, wenn im Religionsunterricht das katholische Liederbuch „Singsang“ verwendet wird.
Konflikt mit dem NS-Regime nach seiner Zeit in Meßkirch
Bald nach dem Wechsel als Pfarrvikar nach Mannheim wird Karl Kimmig noch 1942 von der Gestapo Mannheim verhört. Durch die Predigtäußerung
„Beim letzten Gericht wirst Du erkennen, dass Du auch in heutiger Zeit für Deinen Glauben eintreten musst, selbst wenn Du im KZ wärst oder Dich die blaue Kugel treffen würde.“
kommt Karl Kimmig vom 08.02.1943–23.02.1943 in Schutzhaft. Nach seiner Entlassung wird ihm verboten, seelsorgerisch tätig zu sein, und er muss 2.000 RM „Sicherheitsgeld“ bezahlen. Außerdem wird Kimmig zu KZ-Haft in Dachau verurteilt. Diese Haft muss er allerdings nicht antreten. Stattdessen wird er als „Mädchen für alles“ an das Chemotherapeutische Institut in Kiel, später Leipzig, verpflichtet.

 

Dallinger, Adam
* 22.08.1906 in Großsachsen/Bergstraße
† 07.08.1996 in Staufen
in Meßkirch:
03.05.1939 – 28.04.1942
als Kaplaneiverweser/Benefiziat
Lebensdaten
15.03.1931      Ordination anschließend Vikar in Urloffen und Offenburg (Dreifaltigkeit), Hausgeistlicher in Horben (Luisenhöhe) und Präfekt in Sasbach (Lendersche Anstalt)
03.05.1939      Kaplaneiverweser in Meßkirch
29.04.1942      Pfarrer in Ballrechten
01.08.1979      Ruhestand in Merzhausen, hier Subsidiar
1979 wird er in Ballrechten-Dottingen zum Ehrenbürger ernannt. In der Gemeinde gibt es auch eine nach ihm benannte Adam-Dallinger-Straße.
Konflikt mit dem NS-Regime in Meßkirch
Adam Dallinger hält am 22.05.1941 in der katholischen Kirche in Wasser bei Meßkirch zur Feier des Himmelfahrtstages einen Gottesdienst ab. Damit handelt er den Bestimmungen der Verordnung über den Himmelfahrts- und Fronleichnamstag 1941 zuwider.
Adam Dallinger wird deswegen vom Amtsgericht Meßkirch am 15.05.1942 zu einer Geldstrafe von 100 RM verurteilt.
Konflikt mit dem NS-Regime nach seiner Zeit in Meßkirch
In seinem Pfarrbezirk Ballrechten wird er wegen Predigtäußerungen angezeigt. Dadurch erfolgt ein Verhör durch die Gestapo Lörrach.

 

Verfolgte Priester aus dem Hegau - in Yad Vashem geehrt

Herausragend sind zwei Priester, die einer Jüdin zur Flucht in die Schweiz geholfen haben und deshalb seit 2005/2006 in Yad Vashem verewigt sind: Eugen Weiler und August Ruf.

Ruf, August, Geistlicher, Verfolgter des NS-Regimes
geb. 05.11.1869 Ettenheim
1880-1889  Progymnasium und Gymnasium in Ettenheim und Freiburg
1889-1893 Studium der Theologie in Freiburg
1893         Priesterweihe
1893-1905 Vikar und Kaplaneiverweser in Radolfzell
1905-1941 Stadtpfarrer in Singen/Hohentwiel an der Kirche St. Peter und Paul
1921         Ernennung zum Geistlichen Rat
1930         Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Singen
1941         Ernennung zum Päpstlichen Geheimkämmerer/Monsignore
1941         Schulverbot, im selben Jahr Pensionierung
1943         Verhaftung wegen Beihilfe zur unerlaubten Grenzüberschreitung
Dezember 1943-März 1944 Inhaftierung im Gefängnis Rottenburg/Neckar, vorzeitige Entlassung aus gesundheitlichen Gründen
08.04.1944 gestorben in Freiburg, beigesetzt in Singen
Ehrungen: Hauptgeschäftsstraße in Singen nach ihm benannt
                Aberkennung der Ehrenbürgerwürde durch NS-Regime  wieder rückgängig gemacht
2006         Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem
Kommentar
1936 erhielt Pfarrer Ruf wegen „hetzerischer Äußerungen gegen den nationalsozialistischen Staat “ – so der übliche Jargon – eine Verwarnung. Er bezog gegen die Auflösung der katholischen Jugendverbände Stellung. 1941 erhielt er vom Badischen Unterrichtsministerium Schulverbot, seine Schreibmaschine und sein Vervielfältigungsgerät  wurden beschlagnahmt und weitere Maßnahmen angedroht. Ein Grund dafür war ein von Ruf verfasster Pfarrbrief, den er vervielfältigt hatte und dessen Inhalt in den Augen der Nationalsozialsten  wieder „hetzerisch“ war. Im Oktober 1943 verurteilte das Amtsgericht Singen August Ruf zu sechs Monaten Gefängnis, weil er einer Jüdin zur Flucht in die Schweiz verholfen hatte. Im Dezember desselben Jahres erkannte der Singener Gemeinderat die 1930 dem Pfarrer verliehene Ehrenbürgerwürde wieder ab.
Zur Biographie von Pfarrer Ruf siehe die Stolpersteine:http://www.stolpersteine-singen.de/biografien/
 
 
Schwall, Johann
geb. 14.09.1901 Karlsruhe/Daxlanden
Besuch des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Raststatt
1921 Abitur
1921-25 Studium der Theologie in Freiburg i. Br.
1926 Ordination
ab 1926 an mehreren Orten als Vikar tätig
1931-33 Haltung und seines schwierigen Charakters
1933-35 zwangsversetzt an mehrere Orte
1935 Pfarrverweser in Biesendorf (heute Ortsteil von Engen, Kr. Konstanz)
1938-1945 Pfarrer in Raithaslach
1941 Verhaftung durch Gestapo wegen Beschuldigung und Beleidigung der Gemeinde
Dez. 1941-April 1945 KZ Dachau
ab 1947 wieder seelsorgerisch tätig
1949-1958 Pfarrer in Windischbuch (heute Stadtteil von Boxberg, Main-Tauber -Kreis)
1958-1967 Pfarrer in Gremmelsbach/Kinizigtal,
1967 Ruhestand in Wolfach
gest. 1978 in Wolfach
Kommentar
War Johann Schwall früher ein Anhänger der NSDAP gewesen, so änderte sich seine politische Einstellung im Laufe des Jahres 1941grundlegend. Das Erzbischöfliche Ordinariat Konstanz warf ihm vor, er wende sich „(….) in seiner Pfarrei ständig in aller Öffentlichkeit gegen die NS-Sache (…), er habe die HJ und BDM-Verbände auf offener Straße angehalten und getadelt (…) in einer Weise, die das normale Maß übersteigt.“ Anfang Oktober 1941 hielt er eine Gedenkmesse für den ersten im Krieg gefallenen Soldaten aus Raithaslach. In seiner Predigt schimpfte er unter anderem über das „gottlose Raithaslach und den Hegau“. Zwei Tage später erfolgte seine Verhaftung durch die Gestapo, nach einigen Wochen im Gefängnis in Konstanz wurde er am 1. Dezember 1941 in das KZ Dachau eingeliefert.
 
 
Riesterer, Albert, Geistlicher, Verfolgter des NS-Regimes.
geb. 21.03.1898 in Staufen i. Br.
1917-1919  eingezogen zum Kriegsdienst
1920          Abitur am Berthold-Gymnasium Freiburg
1920-1925  Studium der Theologie in Freiburg
05.04.1925 Priesterweihe
1925-1934  Vikar in Eberbach/Neckar, Freiburg-St.Georgen, Stockach
1934          Pfarrverweser in Mühlhausen (heute Mühlhausen-Ehingen, Landkreis Konstanz)
1936-1967  Pfarrer in Mühlhausen
1941-45     im Konzentrationslager Dachau
1967-1984 Ruhestand in Dingelsdorf (bei Konstanz)
1981         Bestellung zum Subsidiar der Pfarrei Dingelsdorf
1982         Ernennung zum Geistlichen Rat ad honorem
1984         Übersiedlung ins Altenheim St. Franziskus in Überlingen a. B.    
20.02.1996 gestorben in Überlingen, beigesetzt am 23.02. in Konstanz-Dingelsdorf
Ehrungen: 1959 Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Mühlhausen, 1978 Bundesverdienstkreuz
Kommentar
Bereits 1933 kam es in Stockach zu Spannungen  zwischen Vikar Albert Riesterer und dem Ortsgruppenleiter, der HJ und der Kreisleitung, da er angeblich Veranstaltungen der kirchlichen Jugendverbände durchgeführt habe, ohne diese dem Ortsgruppenleiter vorher gemeldet zu haben. Fortan stand er unter ständiger Beobachtung, so auch an seinem neuen Dienstort Mühlhausen. Pfarrer Riesterer forderte die NS-Verantwortliche heraus, wie er in seine Erinnerungen rückblickend selbst zugab. „Als Vikar war ich gegen die Nazis oft frech, und dies schon von Anfang an, und auch als Pfarrer von Mühlhausen trieb ich es –rückschauend  - zu bunt …“.Am 1. Juli 1941 verhaftete ihn die Gestapo bei einem Jugendlager auf dem Schenkenberg „… weil der die staatliche Jugenderziehung für eine Glaubenssache hält und mit allen Mitteln und mit allen Kräften versuchte, diese zu sabotieren.“  Nach einer dreimonatigen Schutzhaft in Konstanz  wurde Riesterer zwar zunächst entlassen, doch bald erfolgte seine erneute Verhaftung und schließlich die Einlieferung in das KZ Dachau aufgrund seines „äußerst staatsabträglichen Verhaltens“ so die offizielle Begründung.
 
 
Dr. Helmut Bier - evangelischer Pfarrer
Geb. 09.07.1893 Gröbichen bei Pforzheim, Besuch des Progymnasiums Korntal
1911 Besuch des Gymnasiums Esslingen
1915 außerordentliche Reifeprüfung
1914-19 Heeresdienst bei der Marine
1919-1922 Studium der ev. Theologie an der Ruprecht-Karls-Universität    Heidelberg
1920 Heirat mit Sophie Dachtler, Geburt von Sohn Helmut Theodor 1921
1922 Pfarrkandidat in Niefern/ Dekanat Pforzheim-Land
1924-1929 Vikar in Königsbach/Dekanat Durlach
1929 Promotion
1932- 1935 Pfarrverweser in Maulburg bei Lörrach
1935-1942  Pfarrer an der Lutherkirche in Singen/Htw.
1938  Auseinandersetzungen mit dem örtlichen NS-Finanz-bevollmächtigten für die ev. Kirche, Überwachung durch Gestapo
1939  Entgeht nur knapp der Verhaftung, da er seine Kirche nicht den Deutschen Christen zur Verfügung stellen wollte, Unterrichtsverbot und andere Repressalien
1942-1958  Pfarrer in Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis), auch hier Probleme mit der Gestapo
1958 Ruhestand
gest. 22.06.1977 in Möckmühl (Kreis Heilbronn)
Kommentar
Beim Antritt der Pfarrstelle in Singen war Helmut Bier noch aus voller Überzeugung ein Unterstützer des NS-Regimes. Erst als die Eigenständigkeit der evangelischen  Kirche angegriffen wurde, schloss er sich der Bekennenden Kirche an. 1938 protestierte Pfarrer Bier zusammen mit dem Kirchengemeinderat gegen die Einrichtung einer Finanzabteilung beim evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe. Daraufhin bekam die Gemeinde einen Bevollmächtigten der Finanzabteilung vorgesetzt, der das Vermögen der Kirchengemeinde einzog und dem Pfarrer ständig mit der Polizei drohte. Als eine Gruppe der Deutschen Christen  eine Versammlung in der Lutherkirche abhalten wollte, verwehrte Helmut Bier ihnen den Zutritt und entging durch diese Aktion  nur knapp seiner Verhaftung, aber die Repressalien des NS-Regimes verstärkten sich: ständige Überwachung durch die Gestapo, Einzug seines Passes, Unterrichtsverbot, Verbot den Gemeindebrief herauszugeben und als Seelsorger im Reservelazarett von Singen tätig zu sein.

 

Diavortrag über den Pilgerweg - Einsiedeln

Referent:       Armin Schlachter                          Ort:             Herz-Jesu-Heim, Kleiner Saal
Dauer:            1 x 2 UE                                         Gebühr:     Spendenbasis
Teilnehmer:  7 mindestens                                Zeit:           19:30 – 21:00 Uhr
Traditionell zu Jahresbeginn bietet Armin Schlachter aus Walbertsweiler einen Vortrag über seine Pilgerwege.
Zahlreiche Eindrücke und Erlebnisse werden in dem Vortrag erzählt und Informationen zum Weg, zur Ausrüstung und zur Planung gegeben. Für die  Bilder-Show können Sie sich zurücklehnen und die landschaftlichen Eindrücke genießen. Wie sah unsere Pilgerwanderung 2017 aus? - siehe Studienreisen und Ausflüge (Pilgern auf dem Jakobsweg). - Lust auf eine Pilgertour auf dem Jakobsweg? Auch 2018 gibt es ein Frühjahrangebot: 21.-24.4.18: 4-Tages-Tour von Wald bis Konstanz und 24.4. - 28.4.18 von Konstanz nach Einsiedeln. 
Kontakt: Dr. Waldemar Gorzawski, Telefon: 07575/2872 oder E-Mail: gorzawski@bildungswerk-messkirch.de
Frühjahr 2018       Kurs-Nr.:  REL-18101        Beginn:    Donnerstag, 01.02.2018

 

Seniorenkreis - Jahresprogramm 2018

Mittwoch, 10.01.18 - Krippenfahrt unter Leitung von Renate Braun (Tel.: 5629)

Mittwoch, 07.02.18 - 14.00 Uhr Fasnetnachmittag - Musik und närrische Unterhaltung mit eigenen Beiträgen zur Fasnet

Mittwoch, 07.03.18 - 14.00 Uhr Frauenfiguren in der Bibel - Referentin: Sybille Konstanzer

Mittwoch, 11.04.18 - 14.00 Uhr Gottesdienst

                                15.15 Uhr Haustürgeschäfte, Enkeltricks und andere Betrugsversuche - Referent: Alfred Härle, Polizeidirektion Konstanz, Prävention Landkreis Sigmaringen

Mittwoch, 09.05.18 - 13.00 Uhr Maiandacht auf dem Schenkenberg bei Emmingen/Liptingen anschließend Einkehr im Schenkenberger Hof

Mittwoch, 13.06.18 - 14.00 Uhr Gottesdienst

                                15.15 Uhr Bienen im Naturhaushalt - Referent: Walter Loes

Freitag,  07.07.18 - Jahresausflug zum Beerenhof nach Tettnang, anschließend Einkehr

Mittwoch 10.10.18 - 14.00 Uhr Gottesdienst

                              15.15 Lichtbildervortrag "Geschichten, Sagen und Kurioses aus dem oberen Donautal" - Referent Willi Rößler

Mittwoch, 07.11.18 - 14.00 Uhr Gottesdienst

                               15.15 Uhr Vortrag "Sprichwörter und deren Bedeutung" - Referent: Sepp Schelshorn, Wilhelmsdorf

Mittwoch, 05.12.18 - 14.00 Uhr Adventskaffee im Herz-Jesu-Heim

Hinweise: Veranstaltungsort der Seniorennachmittage ist das Herz-Jesu-Heim, Schlossstr. 22 (Hintereingang für Rollatoren und Rollstühle geeignet). Die Halbtagsfahrten beginnen jeweils am Sassenage-Garten. Die Gottesdienste beginnen jeweils um 14.00 Uhr.

Leitung des Seniorenkreises und Ansprechpartner und Anmeldung (Halbtagesfahrten): Gudrun Mauch, Humboldstr. 18, 88605 Messkirch. Tel: 07575-93673

 

BRUDER KLAUS - NIKOLAUS VON FLÜE

Referent:       SYBILLE KONSTANZER                          Ort:             Herz.-Jesu-Heim, Kleiner Saal
Dauer:            2 UE                                         Gebühr:     Spendenbasis
Teilnehmer:  7 mindestens                                Zeit:           19:30 – 21:00 Uhr
Nikolaus von Flüe – eine Annäherung zum 600.Gedenktag
Einsiedler, Mystiker, Friedensstifter
Ein Bildervortrag über das Leben und die Visionen von Bruder Klaus, dem Friedensheiligen der Schweiz. Seine Suche nach Gott und dem eigenen Weg kann uns auch nach 600 Jahren noch Inspiration und Motivation für unser eigenes Glaubensleben sein.  Herzliche Einladung dazu!
Termin: 25. September 2017 (Gedenktag des Heiligen Bruder Klaus)
Referentin: Sybille Konstanzer, Gemeindereferentin

 

Andreas Knapp: Spirituelles Tagebuch - Hinter den Dünen der Brunnen

Referent: Andreas Knapp             Ort: Herz-Jesu-Heim, kl. Saal
Dauer: 1 x 2 UE                           Gebühr: Spendenbasis
Teilnehmer: 7 mindestens            Zeit: 19:30 – 21:00 Uhr
Andreas Knapp liest aus seinem spirituellen Tagebuch 40 Tage lang lebte Andreas Knapp in einer Einsiedelei mitten in der Sahara, fern jeder menschlichen Zivilisation. In seinem Tagebuch erzählt er vom Zauber der Landschaft und von der Schönheit des Lichtes. Das Geheimnis von Leben und Tod, dem man in der Wüste auf die Spur kommen kann, ist ständig präsent. In seiner Lesung nimmt er Sie mit auf eine spirituelle Reise zu den Quellen des Lebens.
Kontakt: Dr. Waldemar Gorzawski, Telefon: 07575/2872 oder E-Mail: gorzawski@bildungswerk-messkirch.de
Frühjahr 2017    Kurs-Nr.: REL-17105    Beginn: Montag, 13.03.2017
 

EIN PILGERTAG MIT DEM HEILIGEN MARTIN

Leitung:         Anita Merz/Sybille Konstanzer   Ort:             Beuron - Martinskirche
Dauer:            ca. 7 Std.                                        Gebühr:   
Teilnehmer:  7 mindestens                                Zeit:           08:30 – ca. 16:00 Uhr
2016 jährt sich zum 1.700. Mal der  Geburtstag des Heiligen Martin von Tours.
Aus diesem Anlass schnüren wir die Wanderstiefel und machen uns sprichwörtliche auf den Weg von der Martinskirche in Beuron, zur Martinskirche in Meßkirch.
Unterwegs beleuchten wir an verschiedenen Stationen, sein Leben, seinen Glauben und sein Handeln. Denn das vielschichtige Leben des Heiligen Martin kann uns auch heute noch Vorbild und Impulsgeber sein.
Sie sind dazu herzlich zu diesem Pilgertag eingeladen.
Wir treffen uns in Beuron – Martinskirche– mit einem Morgenlob in der Gnadenkapelle und kurzer Führung durch die Martinskirche mit anschließendem Pilgersegen. Wanderung auf dem Jakobsweg von Beuron nach Meßkirch (Gesamtstecke ca. 18 km).
Einstieg auch in Buchheim, Altheim oder Heudorf möglich.Abschluss gegen 16:00 Uhr in der St. Martinskirche in Meßkirch. 
KONTAKT / INFO / Anmeldung: Sybille Konstanzer, Gemeindereferentin, Telefon: 07575/92344814 oder E-Mail: gemeindereferentin@kath.kirche-messkirch.de 
Herbst 2016          Kurs-Nr.:  REL-16301        Start:      Samstag, 01.10.2016
 

Priesterin in der Katholischen Kirche?

Referent:       Jacqueline Straub                        Ort:             Herz-Jesu-Heim, kl. Saal
Dauer:            1 x 2 UE                                         Gebühr:    3,00 € Abendkasse
Teilnehmer:  7 mindestens                                Zeit:           19:30 – 21:00 Uhr
„Jung, katholisch, weiblich. Weshalb ich Priesterin werden will“ – diese Frage wirft Jacqueline Straub auf, Theologin und mit unserer Heimat eng verbunden. Nein, sie möchte nicht die Konfession wechseln, sie möchte ihrer Kirche treu bleiben und fühlt sich innerhalb unserer Katholischen Kirche zum Priestertum berufen. Was steht dem entgegen? Weshalb stehen Frauen in unserer Kirche stets in der zweiten Reihe? Gibt es hierzu theologische Begründungen oder ist dies nur Ausdruck des jahrhundertelang gewachsenen Patriarchats? 
Kontakt: Dr. Waldemar Gorzawski, Telefon: 07575/2872 oder E-Mail: gorzawski@bildungswerk-messkirch.de 
Jacqueline Straub in den Medien:
  1. Talk Mit Thees: Karoline Eichhorn, Michael Teuber, Jacqueline Straub (28.8.2016): http://www.ardmediathek.de/radio/SWR3-Talk-mit-Thees-SWR3-de/Talk-Mit-Thees-Karoline-Eichhorn-Michae/SWR3/Audio-Podcast?documentId=37387780
  2. Vortrag bei der KAD, Kempten 28.7.2016: http://jacqueline-straub.de/vortrag-bei-der-kad-eventagentur-in-kempten-0716/
  3. J. Straub im SFR – Juli 2016: https://www.youtube.com/watch?v=_zbB3FvSgeE http://www.srf.ch/news/regional/aargau-solothurn/junge-theologin-aus-dem-aargau-will-katholische-kirche-umkrempeln
  4. Beteiligung am Panel „Frauen in der Kirche“ in der Frauensynode 28.8.2016. http://frauensynode.ch/de/programm/panels/176-panel-2
  5. Auftritt bei Markus Lanz, 5.5.2016: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/e6945324-1cb6-3c02-8b90-3874ee0f4b2d/341c9d47-d1de-42a4-aa34-8ab75b98e113?generateCanonicalUrl=true
  6. Diskussion mit Vatikan-Experte Pater Eberhard, Gemmingen im Stern TV am 13. 4.2016: http://www.stern.de/tv/fortschritt-in-der-katholischen-kirche–theologiestudentin-will-erste-priesterin-werden-6790938.html
Herbst 2016          Kurs-Nr.:  REL-16201        Beginn:    Donnerstag, 06.10.2016
 

Aramäer - unsere christlichen Brüder

Pfarrer Issa Gharib und der Koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian

In der aktuellen Syrien-Krise ist Solidarität mit den christlichen Gemeinden im Dreiländereck Türkei-Irak-Syrien gefragt. Eine Gruppe sind die Aramäer - in den letzten 100 Jahren stark dezimiert, aber dank einer aktiven Diaspora auch in Deutschland unter den Flüchtlingen präsent.

Iskender Tacara konnte für einen  Vortrag beim Bildungswerk gewonnen werden: http://www.suedkurier.de/region/linzgau-zollern-alb/messkirch/Aramaeer-berichtet-in-Pfullendorf-ueber-seine-Flucht-aus-der-Tuerkei;art372566,8224662

Die Geschichte der christlichen Aramäer
Der Stammvater der Aramäer war Noah (2900 v.Chr), dessen Nachfahre war Sem (2500 v.Chr) und dessen Nachfahre wiederum war Aram (2300 v.Chr). Das Aramäische Reich bestand in Mesopotamien fast 1600 Jahre lang, bevor es von den kriegerischen Assyrern zerschlagen wurde. Die aramäische Sprache überdauerte von Palästina über die Ost-Türkei bis Mesopotamien jedoch, und löste das assyrische Alphabet (Keilschrift) ab.
Die Christianisierung der Aramäer fand bereits zu Lebzeiten der Apostel statt, in einer Zeit, in der auch die Evangelien niedergeschrieben wurden. Die Umgangssprache der ersten Christen und Jesu selbst war aramäisch.
451 n.Chr. (Konzil von Chalcedon) kam es zur Abspaltung der altorientalischen Kirchen (Ägypten, Syrien, Palästina). Später gab es weitere Kirchenspaltungen: Ost- / Westkirche (867), Römische / Griechische Kirche (1054), während der Islam in ganz Nahost die christlichen Kirchen (Aramäer, Armenier, Assyrer) verdrängte als auch in Richtung Europa bis zur Belagerung Wiens (1683) expandierte.
Bürger zweiter Klasse im Osmanischen Reich
Nichtmuslimische Monotheisten (Christen und Juden) wurden im Osmanischen Reich als Schutzbefohlene („Dhimmi“ ) mit stark eingeschränkten Rechten betrachtet: 1. Sie mussten Kopfsteuer (Jizija) zahlen, wovon Korangläubige befreit waren, gemäß der Koranvorschrift: „Bekämpft die Schriftbesitzer, bis sie Tribut entrichten“ 2. Diese „diversen Religionsgemeinschaften lebten als „Raja“ (Herde des Sultans), meist in gesonderten Dörfern 3. Sie mussten sich durch spezielle Kleidung als Ungläubige „Gawur“ kenntlich machen 4. Vor Gericht galt das Zeugnis eines „Dhimmi“nur die Hälfte einer Aussage eines Mohammedaners. Dazu kam eine Reihe anderer, kleinlicher Demütigungen, von der der militärische Berater des Sultans, der Preußengeneral Moltke 1838 schrieb : „…mein Tatar (Pfadfinder) richtete es immer so ein, dass er Pferde und Frühstück in einem Gawur-köy oder christlichen Dorf forderte, denn dort ist er als Moslem Herr von dem Augenblick seiner Ankunft, bis der Hufschlag seines Pferdes verhallt ….“
Vernichtung Christlicher Gemeinden in der modernen Türkei
Ende des 19.Jh zerfiel das Osmanische Reich und wurde in Einflusszonen der europäischen Kolonialmächte aufgeteilt. In einem Teilgebiet entstand die moderne Türkei mit Christenverfolgungen wie Erschießungen und dem Todesmarsch der Armenier, Aramäer und Assyrer in die Syrische Wüste (1915-1917). Die in der Türkei verbliebenen Christen durften ihre Namen und ihre Sprache nicht benutzen, verloren also bis auf die Kirche, ihre Identität. Viele von Ihnen verließen deshalb ihre türkische Heimat und fanden zum Teil in Europa und zum Teil in Syrien unter dem Assad-Regime eine religionstolerante Bleibe. Nun leiden sie wieder: die Islamisten wie Al-Nusra -Al-Quaida, Ahrar al-Scham bis hin zum IS haben sich die Vernichtung des Christentums auf die Fahnen geschrieben. Am 8.10.2015 riefen 53 saudi-arabische Gelehrte zum Heiligen Krieg gegen Russland auf, da Saudi-Arabien und die Türkei in den Luftschlägen Russlands gegen IS und Al-Nusra einen christlichen Kreuzzug sehen. Erzbischof von Aleppo, Jean-Clément Jeanbart am 24.1.2015 in Palermo: „Es gibt ein Komplott, um den Nahen Osten von Christen zu säubern, denn die einzige Stimme, die bis in den Westen dringt, sind die Klagerufe der Christen“.