Pfarrer Meckler und andere mutige Priester unserer Heimat

Am 2.3.2018 um 19.00 eröffnen wir im Kleinen Saal des Herz-Jesu-Heims eine Ausstellung zum Widerstand von Priestern gegen die Nazis. Nach einer Kurzeinführung zur Ausstellung von Dr. Waldemar Gorzawski hält der Historiker Helmut Weißhaupt aus Meßkirch ein Referat über die Meßkircher Priester im Widerstand gegen Hitler. In herausragender Weise ist hier der Gemeindepfarrer, Otto Metzger zu nennen, der von Anfang an in Opposition zum NS-Regime stand. Schließlich wurde er mit einem Schulverbot belegt, setzte aber seinerzeit den Religionsunterricht im Herz-Jeus-Heim fort, denn er konnte der Unterstützung eines Großteils seiner Gemeinde sicher sein. Er wurde mehrfach verhaftet und in sogenannte Schutzhaft genommen. Kurz nach seiner letzten Verhaftung ist er 1944 verstorben. Eine riesige Menschenmenge nahm an seinem Begräbnis teil. Ein Großteil der Meßkircher Bevölkerung zeigte damit in der finstersten Zeit des 3. Reichs auf welcher Seite sie stand. Meckler hatte für die Bevölkerung und seine Vikare Vorbildfunktion. So hat z.B. Dr. Karl Kimmig, der von 1937 bis 1942 Vikar in Meßkirch war, Pfarrer Meckler während seiner Haftzeit vertreten und nach dessen Schulverbot den Religionsunterricht abgehalten. Schließlich erhielt auch er Verbot, den Religionsunterricht in der Schule abzuhalten, wurde nach Mannheim versetzt, mehrfach verhaftet und wurde schließlich zu KZ-Haft verurteilt.Ein anderer Meßkircher Vikar, Eugen Weiler, wurde in eine kleine Gemeinde an der Schweizer Grenze versetzt, half dort einer Jüdin über die Grenze zu kommen und wurde daraufhin zu KZ-Haft verurteilt. Er saß im KZ-Dachau ein, dokumentierte dort die Schicksale von mehr als 2500 Insassen des "Priester-Blocks" und wurde 2006 in Yad Vashem verewigt.
 

AUF DEN SPUREN DER SCHLACHT BEI MESSKIRCH

Leitung: Dr. Werner Fischer, Historiker.
Bei Meßkirch fand bekanntlich am 5.5.1800 eine entscheidende Schlacht zwischen den Napoleonischen Truppen unter General Moreau und dem österreichischen Heer unter Baron von Kray statt. Es war einer der blutigsten Zusammenstöße im Zweiten Koalitionskrieg und siegreich für die Franzosen, die damit die Österreicher zur Räumung Südwestdeutschlands zwangen. Meßkirch wurde also zur Wegmarke im Untergang der „Alten Ordnung“ und der Name ist im Pariser Arc de Triomphe verewigt. Doch wer kennt das Ausmaß der Truppenaufstellungen und -bewegungen? Wir sahen einleitend im Haus der Musik viele erklärende Karten und Bilder und brachen dann unter Leitung von Dr. Fischer per PKW zu den 5 Punkten auf, wo die entscheidenden Gefechte stattfanden. Das umfasste ein Gebiet von 80 Quadratkilometern (Menningen-Rohrdorf-Heudorf-Thalheim-Bietingen-Krumbach-Meßkirch).

ERSTER WELTKRIEG: TAGEBUCH EINES MESSKIRCHERS

Die Abende begannen am 10.11.2016 im Haus der Musik unter Leitung von Dr. Werner Fischer.
„Aus den Kriegstagebüchern des Meßkircher Steinbildhauers Fritz Enzenroß 1914 bis 1918“. Teil I umfasste die Jahre 1914/15, Teil II das Jahr 1916 und Teil III die Zeit von Januar bis Dezember 1917.
Enzenroß berichtet von seiner Einberufung als Wehrmann im August 1914, seiner anfänglichen Begeisterung für den Krieg, seinen ersten Arbeitseinsätzen in Frankreich, seinen ersten brutalen Erfahrungen mit Trommelfeuer, pausenlosen französischen Angriffen, gefallenen Kameraden, Schlamm und Kälte im Graben, seiner wachsenden Ernüchterung, seiner Enttäuschung über arrogante, sadistische und unfähige Vorgesetzte usw. Daneben schreibt er über Sitten, Land und Leute. Im letzten Teil erfuhren wir von seinen Erlebnissen in Galizien und hatten etwas Zeit, um über aktuelle Kriegsgefahren und die Rolle Europas zu diskutieren.

Fritz-Stärk-Abend mit Mitgliedern seiner Familie

Veranstaltung vom 27.10.2015 im Haus der Musik, Kontakt: Dr. Waldemar Gorzawski
Vor 100 Jahren – Fritz Stärk verlässt Meßkirch: 1913 wanderte der 22-jährige Meßkircher Fritz Stärk aus, um in Amerika sein Glück zu suchen. Als er 1961 nach Deutschland zurückkehrte, war er einer der erfolgreichsten amerikanischen Komponisten für Filmmusik und eine internationale Berühmtheit. Fritz Stärk, ein Ur-Ur-Großneffe von Conradin Kreutzer, wurde am 16. November 1891 in Meßkirch geboren; sein Vater Ernst Stärk war Brauereibesitzer. In Meßkirch lernte der Junge Geige spielen; alte Photographien im Heimatmuseum zeigen ihn bei kleinen Aufführungen. Aber die Kleinstadt wurde ihm bald zu eng. In den USA verdiente er wie alle Einwanderer in den verschiedensten Berufen seinen Lebensunterhalt. Als überall Vorführsäle für das neue Medium Film gebaut wurden, gründete er ein kleines Orchester, das in großen Kinos die Begleitmusik zu Stummfilmen spielte. Als der Tonfilm aufkam, sah der junge Musiker die Chance seines Lebens: „Frederic Stark“ wurde einer der ersten Filmkomponisten in Amerika. Er spielte seine Filmmusiken auch unabhängig vom Film mit dem Orchester in Konzerten, ein Brauch, der sich bis heute gehalten hat. Allmählich breitete sich sein Ruhm aus: von 1929-38 war er Kapellmeister bei „Don Lee Radio“ in Los Angeles und von 1938-61 Musikdirektor der weltbekannten Walt-Disney-Filmstudios in Hollywood. Die Musik der meisten Filme von Walt Disney sind von ihm zusammengestellt oder komponiert und dirigiert worden. In der Hollywood-Bowl, einer riesigen Veranstaltungsarena, dirigierte er dazu noch Konzerte vor über 15000 Zuhörern. Am bekanntesten wurde die Begleitmusik zu den Walt-Disney-Filmen „Fantasia“ und „Grand Canyon“ (für die Musik zu diesem Film erhielt Stärk sogar einen „Oscar“). Sein letztes Werk war der Beethoven-Film „The Magnificent Rebel“; Walt Disney scheute keine Kosten, und so hatte Fritz Stärk Gelegenheit, die besten europäischen Orchester zu dirigieren (Wien, Berlin, Prag, Paris, Rom). Als 70-Jähriger kehrte Fritz Stärk zurück und lebte in Freiburg bei seiner Schwester. Am 12. Dezember 1964 dirigierte er noch in seiner Heimatstadt Meßkirch das Konstanzer Bodensee-Symphonieorchester in einem Konzert. An seinem 79. Geburtstag, am 16. November 1969, starb Fritz Stärk alias Frederic Stark in Freiburg. Die Urne wurde im Grab seiner Eltern im „Millionenviertel“ des Meßkircher Friedhofs beigesetzt. Eine schlichte Platte auf dem Grab und seit November 1983 sein Bild in der Heimatstube des „Löwen“ erinnern an einen der Meßkircher Genies. Dr. Werner Fischer

Den Hauptartikel zu diesem Thema sehen Sie auf der Internetseite der Akademie Alb-Bodensee: www.akademie-bodensee.org

MESSKIRCHER KLIMAGIPFEL

Der Vortrag von Prof. Stefan Rahmstorf, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung fand am 14.9.2015 im Schloss Meßkirch statt.

Klimaschutz ist kein Thema für Experten, sondern für alle, die dieses Thema ernst nehmen. Weil wir Menschen sind, die gerne auf dieser Erde leben und auch dafür Sorge tragen möchten, dass nachfolgende Generationen ebenfalls gut hier leben können. Solarcomplex Singen veranstaltete zusammen mit der Stadt Meßkirch den ersten Meßkircher Klimagipfel. Klar war, dass dadurch nicht die Welt gerettet wird. Es sollte vielmehr ein Beitrag zur Wissensbildung zu diesem Thema sein und unser Bewusstsein für die Konsequenzen eigenen Handelns schärfen. Weil es nicht stimmt, dass unsere kleinen Beiträge am großen Problem nichts ändern können...